Rechtliche Hinweise – was braucht jede Site?

Als Website-Betreiber muss man sich leider auch mit rechtlichen Themen befassen. Für die meisten ist das lästig und unangenehm, weil man immer das Gefühl hat, mit einem Bein schon im Gefängnis zu stehen – was aber Unsinn ist. Denn dass es so weit kommt, muss man schon verbrecherische Aktivitäten auf seiner Site planen.

Damit es aber dennoch keinen Ärger gibt und man sich auch nicht mit lästigen und eventuell kostenpflichtigen Abmahnungen herumärgern muss, gibt es ein paar ganz wenige Grundregeln zu beachten.

Crewmeister

Impressum

Auf keinen Fall vergessen sollte man das Impressum. Also die Pflichtangaben zum Betreiber der Website. Das sind kurz gesagt:

  • Namen und Anschrift.
  • Bei Unternehmen, Genossenschaften und Vereinen zusätzlich der Name des Vertretungsberechtigten.  E-Mail-Adresse und Telefonnummer.
  • Das Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister, in das die Betreiber eingetragen sind, und die Registernummer.
  • Bei Berufen, die wie Handwerker, Rechtsanwalt, Steuerberater, Architekt oder Arzt Angaben über die Kammer, welcher die Betreiber angehören, die gesetzliche Berufsbezeichnung und den Staat, in dem die Berufsbezeichnung verliehen wurde, die Bezeichnung der berufsrechtlichen Regelungen und einen Link zu diesen.
  • Ist Ihre Tätigkeit zulassungspflichtig, die zuständige Aufsichtsbehörde (etwa bei Gastronomiebetrieben, Maklern, Banken, Bauträgern oder Fahrschulen).
  • Falls Sie eine Umsatzsteueridentifikationsnummer haben, diese Nummer. (Die normale Steuernummer ist damit nicht gemeint, sondern nur die speziell für Geschäfte innerhalb der EU nötige USt.-ID.)
  • Ebenso müssen Sie Ihre Wirtschafts-Identifikationsnummer angeben, sofern Sie eine haben.

Das Impressum muss leicht auffindbar sein. Also sehen Sie am besten einen Link „Impressum“ im Hauptmenü oder in der Fußzeile vor. Auch auf der Seite „Kontakt“ können Sie diese Angaben unterbringen

Datenschutzerklärung

Seit spätestens 2016 ist klar: Jede Website braucht eine Datenschutzerklärung. Denn sobald ein Nutzer eine Ihrer Seiten aufruft, übermittelt er dabei seine IP-Adresse an den Server – und die IP-Adresse sehen Gerichte bereits als schützenswerte „personenbezogene Daten“ an. Und über den Umgang damit müssen Sie die Besucher aufklären.

Sie müssen zum einen klarstellen, welche Daten Sie erheben. Und dann, was Sie damit tun. Irgendwelche Daten erhebt jede Site – denn die Server-Logfiles schreibt praktisch jeder Webserver automatisch mit, auch wenn Sie selbst das nie aktiviert haben. Haben Sie eine Website bei 1&1, Strato oder irgend einem anderen der größeren Hoster, ist das immer der Fall.

AGBs, Terms & Conditions & andere Unannehmlichkeiten

In meinem letzten Usabilitytest haben wir eine Site untersucht, die Unternehmen hilft, für sie wichtige Informationen zu sichten, weiterzuverarbeiten und anzureichern. Dazu mussten sich die Probanden als Erstes anmelden. Prominent unter dem Formular war ein Link zu den Nutzungsbedingungen mit dem Häkchen daneben, das man setzen musste, um seine Zustimmungen damit zu zeigen.
Von 13 Teilnehmern klickte nur ein einziger diesen Link an – das war eine Juristin. Alle anderen machten das Häkchen und klickten auf „Registrieren“. Auf Nachfrage sagten sie etwas wie: „Lesen? Nein Lesen würde ich so etwas nie. Das versteht man ja sowieso nicht.“ Das heißt, man muss sich nicht die allergrößte Mühe mit solchen Texten geben. Aber dennoch sollten Sie versuchen, sie so allgemeinverständlich wie möglich zu formulieren. Denn wer hierhin klickt, der ist überdurchschnittlich kritisch und lässt sich vielleicht abschrecken, wenn er nicht versteht, was Sie hier schreiben.

 

 

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